Der kleine Lukas
Von Mama Gänseblümchen
Es war einmal ein kleiner Junge, der Lukas hieß. Er hatte, so wie alle Kinder, eine Mama und einen Papa. Lange Zeit lebten sie alle miteinander glücklich und zufrieden.
Aber eines Tages verstanden sich seine Eltern nicht mehr, bis sie sich schließlich trennten! Das passiert ja heutzutage oft und es ist besser, wenn sich zwei Menschen nicht mehr verstehen, dass sie auseinander gehen.
Aber für die Kinder ist das immer schlimm! Sie haben doch Papa und Mama lieb und finden das meistens ganz doof, wenn so etwas passiert. Die Kinder sind traurig, aber sie haben keinerlei Schuld an der Trennung ihrer Eltern.
Am Besten ist es, wenn sich Mama und Papa wenigstens noch so gut verstehen, dass das Kind bei beiden sein kann, abwechselnd oder alle zwei Wochen bei dem jeweils anderen. Dass das gut klappt, das sind eigentlich alle Eltern ihren Kindern schuldig. Denn keiner von den Eltern ist allein an der Trennung schuld, doch manchmal klappt es eben nicht mehr gemeinsam.
Schlimm ist aber, wenn einer der Eltern alle Schuld dem anderen gibt und obendrein das Kind anlügt und ihm erzählt das andere Elternteil wäre böse!
Und, stell dir vor, genau so war es bei dem kleinen Lukas. Sein Papa gab seiner Mama alle Schuld, so dass er recht böse auf sie wurde und gar nie mehr mit der Mama sprach.
Nun war die Mama natürlich traurig. Sie wollte ihm die Wahrheit erzählen, wie sich die ganze Sache aus ihrer Sicht zugetragen hatte. Aber Lukas, der inzwischen schon größer geworden war, lebte woanders, so dass sich die beiden überhaupt nicht mehr sahen. So vergingen viele Jahre.
Aber du weißt ja, WER in solchen Fällen helfen kann. So betete seine gute Mama im Herzen um Hilfe beim lieben Himmelsvater. Denn der liebe Himmelsvater hört alle Gebete und seien sie noch so leise. Manchmal dauert es einige Zeit, bis der liebe Himmelsvater hilft, denn nur ER allein kennt den rechten Zeitpunkt von allen Dingen. Wir dürfen nur niemals die Hoffnung aufgeben, dass am Ende alles gut ausgehen wird!
Nun musste Lukas auch öfter an seine Mama denken und irgendwann fragte er sich, ob denn seine Mama wirklich so böse sei, wie er geglaubt hatte. Langsam fing er an daran zu zweifen, denn seine Mama war ja früher immer gut zu ihm gewesen. Aber er wusste nach all der langen Zeit nicht, wie er es beginnen sollte. Schließlich nahm er sich Stift und Papier, denn Papier ist geduldig, und fing an einen Brief zu schreiben. Viele Blätter wurden zerknüllt und weg geworfen, denn was sollte er schreiben, und was, wenn seine Mama doch böse auf ihn wäre und gar nichts mehr von ihm wissen wollte? Doch schließlich schrieb er einen kurzen Brief: “Liebe Mama, hast du mich denn noch lieb? Dein Luki”, denn Luki hatte sie ihn immer genannt, als er noch ganz klein war.
Seine Mama bekam den Brief und musste lange weinen, vor Freude und Erleichterung, dass ihr lieber Luki sie in all der langen Zeit doch nicht ganz vergessen hatte. Gleich rief sie ihn an, denn die beiden hatten sich ja so viel zu erzählen. Nun treffen sich die beiden regelmäßig, denn so muss es sein. Keiner soll so lange böse auf den anderen sein, vor allem dann nicht, wenn der Grund gar nicht wahr ist.
Denn nur mit Liebe im Herzen erreichen wir alle unser höheres Ziel!