Der Traum des Jägers
Es war einmal ein Jägersmann, der glaubte, er müsse der Natur helfen, sie im Gleichgewicht zu halten, indem er Tiere erschoss, damit es im wenigen Wald nicht zu viele gab, denn das Gleichgewicht der Erde war in diesen Zeiten ziemlich durcheinander geraten. So aber sollte es in Zukunft nicht mehr sein, denn die Naturwesen wurden wieder mehr und wollten mit ihrer Arbeit beginnen.
Nun hatte der Jäger einen schlimmen Alptraum in einer Nacht: Er saß des nachts auf seinem Hochstand, als ein Reh vorbei lief, stehen blieb, weil es Nahrung gefunden hatte. Der Jäger hatte es gut im Visier und schoss das unschuldige Tierlein. Aber im gleichen Augenblick wechselte die Seele des Jägers in den Rehkörper und er selbst musste den Tod des Tieres erleben. Dreimal erlebte er den tötlichen Knall, den plötzlichen, unerwarteten Schmerz und den Zusammenbruch des armen Rehleins. Danach sah er sich vor Gottes heiligem Richtertrohne, und Gott sagte mit traurig ernstem Blick zu ihm: “Siehe, mein sonst sehr geliebter Sohn, du musst jetzt damit aufhören Tiere zu töten, denn der Zeitenwandel ist da und von nun an soll es nicht mehr so sein, dass das eine Tier das andere frisst und auch der Mensch soll nicht mehr töten, auch seine jüngeren Geschwister, die Tiere, nicht. Willst du mit in mein neues Reich, so höre sofort auf damit, so dass auch du deinen rechtmäßigen Platz wieder einnehmen kannst. So spricht Gott, dein geliebter Vater im Himmel!”
Der Jägersmann erwachte schweißgebadet und dachte lange über den Traum nach, aber der ernste, doch aber liebevoll besorgte Blick Gottes blieb in seinem Herzen haften, so dass er beschloss, seine Waffen nie mehr zu benutzen und er von nun an keinem Tier, und sei es noch so klein, etwas antat, auf Gott vertraute, um den Aufgang der neuen Erde mit ihrem goldenen Licht fröhlich frei und unbeschwert miterleben zu dürfen!